07.30 Uhr – ich freue mich auf Fruehstueck. Ein Buffet waere ja mein sehnlichster Wunsch gewesen, aber mir war klar, dass ich in Frankreich in einem Standard-Hotel so etwas nicht bekomme. Aber ich war auch mit allem anderen zufrieden – Hauptsache Fruehstueck. Ich bekam dann ein schoenes Croissant, Baguette, Butter, Marmelade, Orangensaft und Kaffee. Also absolut ausreichend. Die Kroenung des Morgens kam dann als ich bezahlen wollte und man mir sagte, dass ich normalerweise 40 EUR (davon waren 6 EUR fuer Fruehstueck) bezahlen wuerde, ich aber nur 35 EUR zahlen muesste.
Keine Ahnung wem oder was ich diesen Vorteil zu verdanken hatte – aber ich nahm ihn dankbar an, bekam meinen ersten Stempel in meine „credencial del pelegrino“ und machte mich so gegen 08.15 Uhr auf in Richtung Somport-Pass.
Der Weg ging im Bergauf an einer Strasse entlang. Gegen 09.30 Uhr sichtete ich den Einstieg fuer Wanderer zum Somport-Pass. Es ging – wie war es auch anders zu erwarten – immer schoen bergauf. Unterwegs sah ich Schilder mit Gemsen oder aehnlichem Getier und dachte mir spaeter, dass diesen Weg, der teilweise sehr eng war, in der vorgegebenen Zeit, die ich wie ich vorab erwaehnen moechte nicht schaffte, wohl nur von Gemsen und Artverwandten zu meistern ist 🙂
Gegen 12.30 Uhr erreichte ich endlich – etwas verschwitzt und leicht vom Weg abgekommen – den Somport-Pass und genehmigte mir dort ein belegtes Baguette. Leider vergass ich hier mir meinen zweiten Stempel geben zu lassen, was aber letztendlich fuer die Sache nicht von Bedeutung ist.
Ich machte mich abwaerts auf nach Canfranc estacion und musste nach ein paar zig Metern wieder umkehren, weil ich meine Stoecke vor der Huette vergass. Unterwegs sah ich ein paar wenige Pilger und lief auch eine zeitlang hinter 3 Wanderern her. Irgendwann verlor ich sie aus den Augen, was mir aber nicht leid tat. Ich merkte, dass ich stressfreier laufe, wenn kein Pilger vor mir sind. So habe ich wieder meinen eigenen Rythmus ohne Einfluss anderer gefunden.
Im Ort angekommen und nach einer kleinen Pause ging es weiter zum Tagesziel Canfranc Pueblo. Leider war die geplante Herberge geschlossen. So setzte ich mich an einem Platz auf eine Bank und ueberlegte was ich mache. Eine andere Unterkunft suchen oder weiter zum naechsten Ort. Wie ich da so sitze sprach mich ein Mann an und fragte mich ob ich einen Platz zum schlafen suchte. Ich bejahte und wir verstaendigten uns weiter hin mehr ueber Gestik als verbal. Wie auch immer – ich hatte meine Unterkunft. Und welch ein Glueck – da war ein weiterer deutscher Pilger. Ich bekam eines der beiden Etagenbetten im gleichen Zimmer. Wir waren insgesamt zu zweit darin. Wir unterhielten uns, ich machte mich frisch und wir haben dann gemeinsam zu Abend gegessen. Das Essen wurde frisch zubereitet und wir hatten auch eine Auswahlmoeglichkeit vorab. Es gab 3 Gaenge – Gefuellte Nudeln, Kotelett, und einen mousse chocolate. Das Essen war gut und ich freute mich schon wieder mal auf Fruehstueck. Tja und wie soll es auch anders sein, fiel mir dann auch zwischendurch irgendwann auf, dass ich meine Stoecke nicht mehr hatte :-). Ich lief zurueck in Richtung Bank. Die Stoecke wurden schon von einer Frau die an der Strasse sitzte dort gut ersichtlich platziert. Ich laechelte, bedankte mich mit einem „Gracias“, nahm sie und ging wieder zur Unterkunft.







Super gemacht Dein Tagebuch !!!
Ich lese es mal wenn ich Ruhe habe !
Gruß Michael