Heute bin ich mit den ersten Aufstehern schon kurz vor 05.00 Uhr aufgestanden und dadurch auch schon um 05.30 Uhr auf den Weg gegangen.
Habe dann noch unterwegs in einem der naechsten Orte gefruehstueckt. Schmerzen bei jedem Schritt – aber noch auszuhalten. 2KM vor dem Tagesziel – Bercianos del Real Camino, konnte ich dann nicht mehr laufen. Starkes Stechen im Fuss. Kurze Pause gemacht und dann im Schneckentempo zu einem Rastplatz vor dem Dorf
gehumpelt. Dort wieder gerastet. Als dann immer mehr Pilger vorbeigezogen sind, bin ich dann auch weiter, jedoch sehr langsam und unter Schmerzen. Man hat ja immer etwas im Hinterkopf das Ziel, noch ein freies Bett zu erwischen. Wobei das aus jetziger Sicht und in dem vorliegenden Fall eher nachrangig gewesen waere. Ich bin dann anstatt auf dem Weg auf der glatten Strasse gelaufen. Irgendwann haelt ein Traktor neben mir und winkt mich zu sich auf das Fahrzeug – ich solle einsteigen. Von mir aus haette ich aus Stolz schon kein Fahrzeug angehalten, aber das war so was wie ein Wink des Schicksals, wden ich dann auch annahm. Ich zwang mich mit Rucksack neben den Mann auf den Traktor und er fuhr mich die naechsten paar hunderte Meter in den Ort. Da ich auch nicht genau wusste wo die Albergue war, liess ich mich dann von diesem sehr freundlichen Mann (wir versuchten uns irgendwie zu verstaendigen) irgendwo im Dorf absetzen und machte mich nach einem beherzten „Muchas Gracias“ dann wieder zu Fuss auf die Suche nach der Herberge. Ich fragte mich durch und erreichte dann endlich die Herberge. Dort angekommen erfuhr ich dann spaeter, dass wohl eine Pilgerin, die mich laufen gesehen hatte, dem Traktorfahrer per Handzeichen zu verstehen gegeben hatte, dass er mich mitnehmen solle – ich bin sprachlos… und auch dankbar. Wir waren dann gemeinsam in der Kirche (ein Pilger hat gelesen, dass die heutige Messe den Kranken gewidmet sein sollte – na dann passte das ja). Irgendwie war ich nicht mehr so gut drauf, Pilger sagten mir ich solle zum Arzt bzw. mit dem Bus weiterfahren oder ausruhen aber nicht zu Fuss weitergehen. ich wollte noch bis zum Morgen mit meiner Entscheidung warten. Tja – ein Koerper ist eben nicht dauerhaft ueber zu belasten – bzw. irgendwann streikt er. Bis hier her bin ich ca. 400KM gelaufen und habe schon regelmaessig Schmerzen gehabt, die ich aber nicht so ernst nahm, wie ich es haette vielleicht tun muessen. Jetzt bekam ich wieder mal die rote Karte. Abends kam noch Giesela (die Pilgerin, die den Traktorfahrer Zeichen gab) an mein Bett, um mir alles Gute zu wuenschen.
