02. Juni 2011

Gegen 6.45 Uhr geht es wieder auf die Piste, wie soll es anders sein – wieder sehr steinig. Klar – das ist ja auch der Camino und nicht die Frankfurter Fussgaengerzone. Wuerde mir ja auch nichts ausmachen, aber mit Sandalen ist es nicht ganz so toll. Gegen 12.30 Uhr bin ich dann am Ziel – Ponferrada. Und eine halbe Stunde spaeter macht dann die grosse kirchliche Herberge mit ca. 270 Betten auf. Meine „Burgbesichtigung von aussen“ habe ich schon beim Eintreffen gemacht, also ist dann nur noch Ruhen, Einkaufen und ein Peregrino (Pilger) – Menue am Abend angesagt.

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01. Juni 2011

Nach Fruehstueck gegen 06.45 Uhr los. Es war sehr kalt, ohne Regenjacke ging es gar nicht. Mein Atem war zu sehen und meine Haende frohren. Heute steht wieder eine kurze Etappe an, so 17 Km, und morgen auch, um die Fuesse noch etwas zu schonen. 

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Heute geht es zum Cruz de Ferro, einem grossen von Pilgern

zusammengetragener Steinhaufen, in dem ein grosses Kreuz steckt. Nach Tradition bringen Pilger Steine von zu Hause mit, um sie hier abzulegen, was das Ablegen einer Last symbolisiert. Der Auf- und Abstieg war sehr steinig und muehsam und nicht gerade gut fuer die Fuesse. Der Hoehenunterschied ist wieder groesser – heute und morgen so ca. 500 Hoehenmeter. Puh, ein Schild zeigt,

„nur noch“ 222 KM nach Santiago.

Nach ca. 6 Std. gegen 12.45 Uhr in El Acebo angekommen und bis 14.00 Uhr auf die Oeffnung der Alberge gewartet, die eigentlich schon eine halbe Stunde frueher oeffnen sollte. Zusammen haben wir dann Essen zubereitet und den Sonnenuntergang betrachtet. Und wer war nochmal Tim Maelzer ? 🙂

 

 

 

 

 

 

 

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31. Mai 2011

Start gegen 06.45 Uhr, unterwegs gefruehstueckt, als gerade eine der Polinnen vom Vortag vorbeikam. Sie wollte auch fruehstuecken, aber da die Bedienung auf sich warten liess, gingen wir ein paar Meter zur naechsten Bar und ich hatte dann schon mein 2. Fruehstueck 🙂 . Eigentlich wollte ich heute nach Foncebadon (ca 22 Km), bin aber dann wegen staerker werdenden Fussschmerzen nur nach Rabanal del Camino, wo ich dann noch ein paar Stunden auf die Oeffnung der kirchlichen Herberge warten musste.

Einige Pilger kennen anscheinend immer noch nicht das „Warterschlangen-Prinzip“ bei den Herbergen und reihen sich nicht mit ihren Rucksaecken am hinteren Ende sondern gleich im vorderen Bereich der Reihe ein. Ist schon aergerlich, fuer alle die, die schon Stunden vor der Herberge verbringen. Gerade bei kleineren Albergen mit wenig Betten ist so eine Reihe sinnvoll. Aber nicht fuer jeden ist es letztendlich vonm Erfolg gekroent, wie sich in meinem Fall zeigte. Denn ich bekam einen Telefonanruf und entfernte mich kurz und als ich wieder zurueck kam, war bereits die Herberge vor der offiziellen Oeffnungszeit geoeffnet worden und die ganze Schlange war fast an mir vorbei. Aber naja, ein Bett habe ich trotzdem bekommen und das ist ja die Hauptsachen. Die Vordraengler haben dann noch blitzschnell die Duschen in Beschlag genommen waehrend andere Pilger erstmal das „pluenderten“ was noch so im Kuehlschrank hinterlassen wurde.  Ich nutzte hier dann teures Internet fuer 1 EUR / 20 Min. und kaufte noch etwas ein.  Die Alberge verfuegt ueber einen kleinen Kraeutergarten, eine Ruhewiese und macht auch sonst einen guten Eindruck. Jeder bekam einen Bezug fuer Kissen und Matratze. Heute Nacht habe ich getraeumt, dass ich den Camino abgebrochen habe, merkwuerdig, weil ich gar keine ernsthafte Gruende dafuer habe – naja – keine Ahnung. Ausserdem gab es wieder zwei Extremschnarcher und auch vermehrt kranke, hustende Pilger, die ihre Bazillen und Co. ueberall verschleuderten. Mal gespannt, wie lange es dauert, bis ich zur Bazillenschleuder mutiere.

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30. Mai 2011

Nach Instant-Cappuchino und Tuetenkuchen ging es dann um 06.45  Uhr auf den Weg. Der Fuss ist schon etwas besser und laufen klappt auch besser.

Unterwegs habe ich mich in der Apotheke mit Voltaren versorgt und in einem Lebensmittelgeschaeft noch Obst gekauft und mein 2. Fruehstueck eingenommen. In Astorga hat mich Horst dann wieder entdeckt, der dort uebernachten wollte. Auf dem Weg nach Astorga bot sich mir eine wunderbare Landschaft – Wald, Lichtungen, farbenfrohe Blumen. Diese Farben, die sich bisher waehrend des gesamten Caminos zeigten, sind so wunderschoen intensiv, dass hier eine Farbmeditation sicher sehr wirksam waere. Deneben geniesst man eine ebenso angenehme Geraeuschkulisse von Kuckuck, anderen Voegeln, Froeschen, Specht, und anderem Getier – einfach sehr schoen. Eigentlich braeuchte ich mindestens doppelt so viel Zeit, um das alles voll und intensiv auszukosten –  die Natur, die Sehenswuerdigkeiten, etc. Als ich mich dann von Astorga in Richtung Ziel aufmachte, verdunkelte sich der Himmel und es fing an zu regnen. Gluecklicherweise war ich noch in Astorga und legte dann eine Kaffeepause ein, bis der Regen auf hoerte. Doch als ich dann wieder unterwegs war, ueberraschte es mich doch und ich musste mich Regenfest anziehen. Der Versuch meine Wanderschuhe anzuziehen missglueckte aufgrund von Fuss-Schmerzen und ich lief in Sandalen weiter.

Als ich dann in der Herberge ankam, fing es dann richtig stark an zu regnen. Die kleine Herberge war mit insgesamt 4 Pilgern angenehm leer. Ich war dann noch mit zweien der anderen Pilgerinnen (2 polnische Frauen) in einem der Lokale zu Abend essen. Die Nacht war ruhig. Alleine die Strassenlaterne, die durch ein Fenster auf mich schien, stoerte etwas. 

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29. Mai 2011

Heute Morgen habe ich erstmal die meisten Pilger abziehen lassen. Obwohl ich meinen Wecker schon auf 05.30 Uhr gestellt hatte, wollte ich dann doch nicht so frueh aufstehen 🙂 . Dann aber irgendwann doch und nach einem gemuetlichen Fruehstueck ging es dann gegen 07.30 Uhr los. Nach 6 Km habe ich dann schon gerastet. Als ich dann wieder los wollte, kam gerade der Brasilier vorbei, dem ich vor einigen Tagen eine Wasserflasche da liess, und erkundigte sich nach meinem Befinden. Er liess mir dann Schmerztabletten da, die wohl besonders Schmerzlindernd und Entzuendungshemmend sein sollten. Ich lief dann noch weiter zum Cafe con Leche im naechsten Ort 😉 .

Dann noch 5 KM zum Tagesziel in die Herberge, wo ein bekannter Pilgerfreund aus vergangenen Tagen lauthals auf sich aufmerksam machte. Meine Fuesse fuehlten sich abends schon etwas besser an. In dieser Nacht gab es wieder ein intensiver Schnarchkonzert.

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28. Mai 2011

Habe mich entschlossen noch einen Tag in der Herberge zu bleiben, da ich nicht glaube, dass der Fuss die naechste 15 oder mehr KM Etappe gut uebersteht. Durch den „Schongang“ und die Mehrbelastung des gesuenderen Fusses in den letzten Tagen faengt dieser nun auch an Anzeichen von Unwohlsein zu zeigen. Mit dem Bus will ich heute nicht fahren, denn ich bin ja eigentlich zum Laufen her gekommen und ausserdem ist mir das auch irgendwie unangenehm immer den gleichen Pilgern zu begegnen, die in die Herberge laufen, waehrend Sandro da schon „nicht verschwitzt“ wartet. Passt zwar nicht in meinen Zeitplan – aber wie heisst es so schoen: Leben ist das was gerade passiert, waehrend du eifrig dabei bist andere Plaene zu machen…oder so aehnlich. Pilger erzaehlen, dass sie in letzter Zeit haeufig anderen Pilgern begegnen, die gleiche oder aehnliche Fussprobleme haben, die ebenfalls erst nach 2-3 Wochen in Erscheinung getreten sind. Heute Nacht gegen 01.00 Uhr gab es sehr laute Schuesse – ich dachte erst an Feuerwerk – aber es hoerte sich eher nach Schreckschusspistole o.ae. an. Und es wollte nicht aufhoeren. Irgendwann war ich dann hellwach. Heute Morgen erfuhr ich, dass es mit einer Hochzeit zu tun hatte. Als dann heute alle Pilger weg waren, hatte ich die Herberge fuer mich alleine – Juchu… 🙂 Aber das aenderte sich bald, denn die ersten Neuankoemmlinge liessen nicht alzu lange auf sich warten. So genoss ich wenigstens ein paar Stunden die Ruhe, das Voegelgezwitscher und das Kraehen des Hahnes.

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27. Mai 2011

Heute Morgen bin ich mit dem Bus ca. 6 KM raus aus Leon nach La Virgen del Camino gefahren, um von da aus die naechste Etappe von ca. 14 KM zu Fuss zu gehen. Die Strecken nach und aus Leon sollten sowieso nicht besonders schoen sein (da teilweise Industriegebiet) und stellenweise nicht ungefaehrlich, da direkt an der Strasse. Gesagt, getan –

Auf der Laufstrecke bin ich dann wieder seit ein paar Tagen auf Wanderschuhe umgestiegen, da der steinige Boden durch die Sandalen unangenehm war. Schmerzfrei war auch diese Etappe nicht, aber aushaltbar und etwas besser als die Tage zuvor – ich bin langsam gegangen und habe mir unterwegs eine Pause und zwei Cafe con Leche gegoennt. Unterwegs habe ich ein Pilgerpaerchen gesehen, welches mit zwei Eseln unterwegs war. Leider konnte ich keine Fotos machen, da der Akku meiner Kamera an dem Tag recht schnell leer war. Ich habe dann mein Tagesziel erreicht – eine kultige Herberge mit Karikaturen und Spruechen an den Waenden. Ich habe den Rest des Tages fuer die Aktualisierung dieses Internettagebuches, Essen und Erholung genutzt.

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