26. Mai 2011

Heute Morgen bin ich wieder zur Bushaltestelle gelaufen 🙁 und bin mit noch einigen anderen Pilgern nach Leon gefahren und habe anschliessend in der Herberge eingecheckt. Mein Bett war in einem grossen stickigen und warmen Raum voller anderen Pilgern. Mittags habe ich nur noch die Kathetrale besichtigt.

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25. Mai 2011

Heute hat die Vernunft gesiegt, denn ich habe mich nach ein paar Testschritten entschlossen, schlimmeres zu vermeiden udn die naechste Etappe per Bus zurueckzulegen – soviel zum Thema „stolz“.

Es war schon schade, ein Pilger nach dem anderen aufbrechen zu sehen. Ich hatte noch ein paar Stunden Wartezeit in dem Dorf und habe mich auf die Suche nach der Bushaltestelle gemacht. Als ich dann ein Gebaeude mit Fahrplan und Baenke sah, war ich froh die Haltestelle gefunden zu haben.

Doch irgendwie war ich mir dann doch nicht sicher und als ich dann mal irgendeinen Menschen auf der Strasse sagte, fragte ich und erfuhrt, dass die Haltestelle woanders ist. Ich habe mich dann weiter durchfgefragt, bis ich sie dann schliesslich fand und entdeckte dann auch den Spruch, der mich etwas aufgebaut hat (siehe Foto). Dort wartete noch ein anderer Pilger auf den Bus, der ebenfalls Fussprobleme hatte. In Mansilla de la Mulas angekommen, machte ich mich gleich auf die Suche nach der Herberge. Gesucht – gefunden, hatte aber noch zu und ich musste noch 2 Stunden warten. Nach und nach trafen die Pilger ein, darunter einige bekannte Gesichter – auch Giesela, die mich gleich herzlich begruesste. War fuer mich schon ein unangenehmes Gefuehl – ich war auch hier angekommen – aber in ca. 30 Minuten mit dem Bus – und alle anderen kamen verschwitzt nach einem ca. 25 KM langen Fussmarsch hier an und wunderten sich teilweise erst, dass ich „Fusskranker“ schon hier war. Schnell war geklaert, dass ich natuerlich mit dem Autobus hergekommen war und die gemeinsame Wiedersehensfreude mit den bekannten Pilgern war schon schoen. Einer der Pilger hatte dann noch von ca. 20 Personen Geld eingesammelt und dann Salat, Pasta und Tomatensosse zubereitet. So wie es momentan aussieht, werde ich morgen einen weiteren Tag aussetzen. Trotz Ruhe, Eis und Salbe ist immer noch eine Schwellung bzw. Spannung da. Es tut zwar nicht mehr so weh, wie gestern – aber ich befuerchte wenn ich morgen damit gleich wieder ein paar Kilometer mit Rucksack laufe, dass mich das dann wieder zurueckwirft.

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24. Mai 2011

Heute bin ich mit den ersten Aufstehern schon kurz vor 05.00 Uhr aufgestanden und dadurch auch schon um 05.30 Uhr auf den Weg gegangen.

Habe dann noch unterwegs in einem der naechsten Orte gefruehstueckt. Schmerzen bei jedem Schritt – aber noch auszuhalten. 2KM vor dem Tagesziel – Bercianos del Real Camino, konnte ich dann nicht mehr laufen. Starkes Stechen im Fuss. Kurze Pause gemacht und dann im Schneckentempo zu einem Rastplatz vor dem Dorf gehumpelt. Dort wieder gerastet. Als dann immer mehr Pilger vorbeigezogen sind, bin ich dann auch weiter, jedoch sehr langsam und unter Schmerzen. Man hat ja immer etwas im Hinterkopf das Ziel, noch ein freies Bett zu erwischen. Wobei das aus jetziger Sicht und in dem vorliegenden Fall eher nachrangig gewesen waere. Ich bin dann anstatt auf dem Weg auf der glatten Strasse gelaufen. Irgendwann haelt ein Traktor neben mir und winkt mich zu sich auf das Fahrzeug – ich solle einsteigen. Von mir aus haette ich aus Stolz schon kein Fahrzeug angehalten, aber das war so was wie ein Wink des Schicksals, wden ich dann auch annahm. Ich zwang mich mit Rucksack neben den Mann auf den Traktor und er fuhr mich die naechsten paar hunderte Meter in den Ort. Da ich auch nicht genau wusste wo die Albergue war, liess ich mich dann von diesem sehr freundlichen Mann (wir versuchten uns irgendwie zu verstaendigen) irgendwo im Dorf absetzen und machte mich nach einem beherzten „Muchas Gracias“ dann wieder zu Fuss auf die Suche nach der Herberge. Ich fragte mich durch und erreichte dann endlich die Herberge. Dort angekommen erfuhr ich dann spaeter, dass wohl eine Pilgerin, die mich laufen gesehen hatte, dem Traktorfahrer per Handzeichen zu verstehen gegeben hatte, dass er mich mitnehmen solle – ich bin sprachlos… und auch dankbar. Wir waren dann gemeinsam in der Kirche (ein Pilger hat gelesen, dass die heutige Messe den Kranken gewidmet sein sollte – na dann passte das ja). Irgendwie war ich nicht mehr so gut drauf, Pilger sagten mir ich solle zum Arzt bzw. mit dem Bus weiterfahren oder ausruhen aber nicht zu Fuss weitergehen. ich wollte noch bis zum Morgen mit meiner Entscheidung warten. Tja – ein Koerper ist eben nicht dauerhaft ueber zu belasten – bzw. irgendwann streikt er. Bis hier her bin ich ca. 400KM gelaufen und habe schon regelmaessig Schmerzen gehabt, die ich aber nicht so ernst nahm, wie ich es haette vielleicht tun muessen. Jetzt bekam ich wieder mal die rote Karte. Abends kam noch Giesela (die Pilgerin, die den Traktorfahrer Zeichen gab) an mein Bett, um mir alles Gute zu wuenschen.

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23. Mai 2011

Heute wurde die Tuer anstatt 06.30 Uhr schon eine halbe Stunde frueher geoeffnet, was ich dann auch gleich ausnutzte. Zuvor noch Fuss versorgt und ohne Fruestueck (hatte abends nicht beruecksichtigt, mich mit Lebensmittel zu versorgen) los gezogen. Heute steht die „Meseta“ auf dem Plan.

Einer der anspruchvollsten Strecken, da auf einem Weg von ca. 18 KM, der immer nur geradeaus geht, nur max. 1 Bar sein sollte und es aufgrund der Steppenartigen Landschaft (viele bebaute Felder) kaum Schatten gibt. Zum Glueck war es morgens relativ lange nebelig und daher angenehm zu gehen. Nach ungefaehr der Haelfte der Strecke war dann auch die „Bar“ in Sicht – eher eine „Not-Behelfs-Bar“, die auch noch relativ teuer war. Naja – da ich noch keinen Kaffe hatte, genemigte ich mir da einen und ein Tuetenkaffeestueckchen. Danach ging es weiter zum ersten Ort. Voller Heisslust auf „richtigen“ Kaffee stuermte ich die erste Bar und genehmigte mir dann gleich 2 und „Etwas“, was mit Tunfisch gefuellt war. Keine Ahnung, was es war – aber es sah ok aus und man konnte es essen. Dann noch schnell Schmerzmittel eingenommen und weiter im Schritt gehumpelt. Dabei sind dann auch Blasen entstanden, was durch die Sandalen, die ich in den letzten Tagen an hatte, sicher noch gefoerdert wurde. Nach 6,5 Stunden habe ich Terradillos de Templarios erreicht und dort dann 3 Blasen nach Pilgerart mit Nadel und Faden versorgt und den Fuss behandelt. Na wenigstens hatte ich keine Schulterschmerzen mehr.

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22. Mai 2011

Heute Morgen habe ich gleich meinen Fuss verbunden. Trotz Schmertabletten hatte ich bei jedem Schritt Schmerzen – vor allem auf diesen unebenen Wegen. Gegen 12.30 bin ich endlich angekommen und habe mich mit neuen Schmerztabletten u. -salbe versorgt (Meine Ration von zu Hause war wohl eine Fehlplanung) und auch noch mein Magnesiumvorrat aufgefuellt, der ja bei Muskelproblemen helfen sollte.

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21. Mai 2011

Nach dem Fruehstueck bin ich gegen 06.20 Uhr los gelaufen und hatte gleich Probleme mit dem linken Fuss. Kurz vor 14.00 Uhr bin ich dann in Boadilla del Camino angekommen. Da taten dann beide Fuesse weh. Mit maechtigem Hunger habe ich mich ueber einen Teller Linsensuppe hergemacht und abends gab es noch ein leckeres Pilgermenue. Nachts hat es wieder kurz geregnet.

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20. Mai 2011

Bin heute so gegen 07.00 Uhr los gelaufen und habe unterwegs kurz Kaffee getrunken und habe dann nach 7 Std. und ca. 30 KM Hontanas erreicht.

Die letzten 11 KM hatten es in sich, da sich auf der Strecke kein Dorf und kaum Schatten befindet, nur Felder, der Camino und die bruehende Mittagshitze. Meine Fuesse tun weh. Unterwegs habe ich einen Brasilier getroffen, der seine Blase versorgte und kein Wasser mehr hatte. Da ich 2 PET Flaschen mit hatte, habe ich ihm eine davon da gelassen.

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