Oh Mann, letzte Nacht hatte eine Junge auf dem Zimmer seinen MP3 Player an (das fing schon abends an, als er ins Bett ist und ging bis tief in die Nacht, irgendwann muss wohl die Batterie leer gewesen sein). Auf jeden Fall, ob mit oder ohne
Kopfhoehrer ich weiss es nicht, aber man heut die Musik deutlich im Raum gehoert, so dass ich immer wieder wach wurde, haemmernder monotoner
Technosound. Aber auch diese Nacht ging irgenwann rum. Nach dem Fruehstueck, bin ich gegen 07.30 Uhr los. Das Wetter war ok und das Laufen klappte eigentlich ganz gut.
Gegen 12.00 Uhr hatte ich erstaunterweise knapp 20 KM hinter mich gebracht. Dann gabs ertmal Mittagessen, einen Riesenhamburger und Salat (urspruenglich
sollte es eine Pizza sein, aber die sollte 50 Minuten brauchen). Ich hatte geplant so ca. 3 Std. in der Stadt zu verbringen fuer Essen und Internet und wollte dann
weiter laufen. Promt fand ich auch ein Internetcafe ganz in der Naehe des Caminos gelegen. Leider fiel dort dann irgendwann der Strom aus und liess sich nicht mehr in Gang bringen. Gluecklicherweise war ein paar Meter weiter noch ein
Internetcafe, welches ich dann auch gleich aufsuchte. Fertig war ich dann aber erst gegen 16.00 Uhr und machte mich dann auch gleich auf die Socken. Angesagt waren nochmal 14Km zum Tagesziel nach Ferreiros. So ab 17.00/1800 Uhr sah ich keine Fusspilger
mehr, nur ein paar nervige Fahrradpilger und es war angenehm zu laufen bei optimaler Temperatur und ueberwiegend akzeptablen Wegen. Mein Weg fuehrte ueber kleine Orte /Ortsteile und Bauernhoefe. Diese und andere bisherige Eindruecke von Flora
und Fauna sind mit Worten schwer zu beschreiben – ich denke ich wuerde Musikstuecke auswaehlen – es mit Musik beschreiben – das Gefuehl, das „man“ bekommt, wenn man durch diese Natur spaziert. Irgendwann kam ich dann am Kilometerstein 100 vorbei, wobei diese Angaben nicht mehr stimmen soll, weil der Camino mehrmals veraendert wurde. Nun sollte es von diesem Stein 106,8 Km nach Santiago sein. Gegen 19.15 Uhr kam ich dann im „Dorf“ an und ging in das Restaurant, von dem ich annahm, dass es das beschriebene aus meinem Pilgerfuehrer ist, welches ueber gute „Notunterkuenfte“ und anstaendige Sanitaeranlagen in einem sauberen Neubau verfuegen sollte. Anscheinend war ich aber in dem Restaurant falsch, denn die Mitarbeiterin schickte mich zu oertlichen Herberge, wo ich dann auch vorsprach. Dort war jedoch alles belegt und man versuchte mir dann klar zu machen, dass ich irgendwo anders fragen sollte. Ich verstand, dass ich an dem Restaurant, wo ich zu Anfang war, weiter auf dem Camino laufen sollte. Ok, das tat ich auch und nach einigen hundert Metern tauchte dann tatsaechlich das Restaurant auf – das Richtige aus meinem Fuehrer. Ich fragte nach und da waren auch noch genuegend Betten frei – ein sehr grosser Raum – eher eine Halle und nur eine Familie und eine weitere Pilgerin. Und wie beschreiben alles in gutem Zustand, man reichte mir sogar einen Einmalbezug fuer die Matratze. Und das alles gegen Spende. Nachdem ich mein Bettchen schonmal vorbereitet hatte, bin ich erstmal ins Restaurant essen, danach duschen, Fuesse versorgen und schlafen. Heute bin ich stolz eingeschlafen, ich hatte insgesamt 34 KM hinter mir.



















