12. Mai 2011

Nach dem Fruehstueck sind wir nach Puenta de la Reina aufgebrochen, wo ich mich von Nigel (der dann insgesamt doch noch einen Tag laenger geblieben war) und 2 anderen Pilgern, die ich in den letzten Tagen naeher kennengelernt hatte, verabschiedete. Gerade bei Nigel bedauerte ich es schon sehr. Zum Mittagessen gab es ein paar Cookies und dann ging es mit 2 Italienerinnen weiter nach Estella – die Maedels dann noch weiter und ich in die oertliche kirchliche Herberge. Jetzt werden die Wege schon deutlicher voller und die Herbergen auch. In der Herberge angekommen nutzte ich das Internet um ein paar Mail abzusetzen, nahm am „Pilgergottesdienst“ und dem Abendessen teil. Zu Hause gehe ich eher sehr selten in die Kirche, aber diese Pilgertreffen in der Kirche sind anders und gehoeren auch irgendwie dazu.

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11. Mai 2011

Alles Gute zum Geburstag Triin !!! 🙂

Wir sind heute gemeinsam in ein Cafe gegangen und anschliessend losgelaufen. Dann, wie das so ist rythmusbedingt, haben sich kleine Gruppen bzw. Einzelgaenger gebildet.

Ich bin teilweise alleine bzw. mit Nigel zusammen gelaufen. Heute sind so 28-30 km Programm. genau kann man es nicht sagen, da die Routen ab und zu mal geaendert bzw. verlegt werden und ich nicht immer nach Pilgerhandbuch gehe, sondern oft auch nach der aktuellen Beschilderung. Irgendwann haben wir einen „Abstecher“ zu einer schoenen kleinen Kirche gemacht und als wir zur naechsten Herberge aufbrechen wollten, haben wir festgestellt, dass diese direkt nebendran ist 🙂 Perfekt- ein schoener Platz – eine Kirche und eine Herberge. Kam gerade recht, denn Fuesse und Knie tun schon weh. Wir haben die letzten beiden freien Plaetze bekommen – welch ein Glueck. Die herzliche „Herbergsmutter“ hat lecker gekocht und wir haben dann alle gemeinsam gegessen, sind danach mit Kerzen in die Kirche und haben Verse vorgelesen. Eine Pilgerin hatte noch ein Lied gesungen – was dem Ganzen nochmal eine ganz besondere Note verpasste – ein insgesamt schoenes Erlebnis.  Anschliessend haben sich noch einige zum Abschluss-Tee getroffen.  Den heutige Aufenthalt in der Herberge habe ich sehr genossen.

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10. Mai 2011

07.00 Uhr Aufbruch – Nigel ist hinterher und hat mich eingeholt. In Izco kurzer Halt und Cafe getrunken. Nach ca. 28 km gegen 17.00 Uhr in Monreal angekommen. Nigel hat morgen seinen letzten Tag – schade 🙁  , aber so ist das wohl auf dem Camino. Man lernt jede Menge Leute kennen und verabschiedet sich um dann wieder erneut andere kennen zu lernen. Heute hatten wir wieder so um die 30

Grad und ich habe meinen ersten Sonnenbrand (hoffentlich auch letzter) auf dem Camino bekommen. Heute Abend hat eine Italienerin in der Herberge gekocht, die seit einigen Tagen die gleichen Strecken laeuft. Sie hat uns eingeladen, es gab Pasta und Salat – war sehr lecker. Anschliessend waren wir dann noch in einer Bar.

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09. Mai 2011

08.00 Uhr Fruehstueck, dann mit Nigel auf den Weg gemacht. Nigel ist ein interessanter Mensch – er hat 4 Jahre in einem Kloster mit/fuer Moenche gelebt/gearbeitet. Auf den ersten Blick sieht man ihm sein „inneres Wesen“ gar nicht an bzw. man kann sich leicht verschaetzen. Wir haben auch einige Gemeinsamkeiten bzw. Interessen  festgestellt. Auf jeden Fall ist er anders, als ich ihn zuerst eingeschaetzt habe. Er hat einige Taetowierungen – auch religioeser Natur – buddistischer Art. Wir verstanden uns auf Anhieb und lachten viel – unterhalten tun wir uns auf englisch.

Gegen 11.30 Uhr haben wir in Undues de Lerda gemeinsam Cafe con Leche getrunken. Gegen 16.00 Uhr Ankunft Sangueesa. Eine Temperaturtafel in der Stadt zeigte noch 28 Grad.

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08. Mai 2011

07.00 Uhr gemeinsames Fruehstueck, danach Blase behandelt. 7.45 Uhr Abmarsch als ziemlich Letzter. Herrlich sonniges Wetter.

Ich bin ein paar Stunden mit Nigel gelaufen, der in Schottland auf einer Insel wohnt. Dabei haben wir uns „verquatscht“ und verlaufen, aber dann wieder den Weg gefunden. Nigel machte daraufhin eine Pause und ich lief weiter. Zur gleichen Zeit los gelaufen heute Morgen war auch ein Amerikaner, der insgesamt 3 Monate unterwegs sein und am Ende seiner Tour noch 2 Wochen als Hospitalero arbeiten wird.

Gegen 12.00 Uhr bin ich in Artieda angekommen und um 13.00 Uhr nach einem belegtem Baguette wieder weiter.

 

 Nach insgesamt ca. 28 km bin ich dann gegen 16.00 Uhr in Ruesta (eine Burgruine mit integrieter Herberge) angekommen – wunderschoen.

Wenn ich mich recht erinnere, sollten hier 3 Menschen und 2 Hunde leben. Hier war auch der Spanier aus Andalusien, der in der Kirche gesungen hatte. Er erzaehlte wieder vom Camino – nein er schwaermte vom Camino, dass der Weg alles fuer ihn sei – er gaebe ihm Kraft und Inspiration. Ein Hollander uebersetzte das Gesagte in englisch bzw. in deutsch.

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07. Mai 2011

08.30 Uhr gab es erst Fruehstueck – was solls…ich hatte den Schlaf gut gebraucht. Auch wenn die Kirchenglocken manchmal etwas gestoert hatten, war die Nacht doch zufriedenstellend. Und ich war erstaunt, dass ich mich koerperlich im Grossen und Ganzen fit und bereit fuer die Tagesetappe fuehlte. Das Fruehstueck war reichlich und gut. Ich packte mir noch ein paar Kekse ein und machte mich gegen 09.30 Uhr auf den Weg. Es war bewoelkt, etwa windig und regnete ein wenig. Eigentlich optimal zum Wandern. Ich hatte ein tolles Gefuehl und genoss die schoene Landschaft.

Als ich dann in den naechsten Ort kam (Santa Cillia de Jaca) bin ich wieder dem ersten Pilger begegnet sein meinem Umweg zum Kloster. Immer noch froh, den gestrigen Tag gut ueberstanden zu haben (trotz ziemlicher Beanspruchung wohl jedes Bein- und Fussmuskels) -vielleicht lag es auch am Franzbranntwein oder den abendlichen guten Wuenschen meiner Schwester-, verliess ich gegen 12 Uhr das Dorf wieder und kam gegen 15.00 Uhr (die letzten 3 KM waren wieder ein schwieriger Aufstieg) in Arres an.

Eingecheckt in die Herberge und gluecklich, dass ich nicht eine Stunde spaeter kam, denn da goss es nur so aus Kuebeln herunter und stuermte ordenlich – das war ziemlich ungemuetlich fuer die die da noch kamen. Dann Abends kam die Ueberraschung des Tages – ich sprache mit einem deutschen Mann, bei dem sich dann herausstellte, das es sich um einen Kunden von mir handelt – wie klein doch die Welt ist. Desweiteren waren unter den Pilgern, Amerikaner, Italiener, Englaender und weitere Deutsche. Die Hospitaleros (das sind diejenigen die fuer den Betrieb verantwortlich sind) hatten fuer uns leckeres Essen zubereitet – ein Nationalgericht. Eine Art Kartofellsuppe mit Choriza – einer spanischen Wurst. Dazu gab es noch Salat, Obst und Joghurt.

Anschliessend haben wir gemeinsam den Sonnenuntergang (leider war es noch bewoelkt) betrachtet, der hier einer der schoensten am Camino sein sollte und sind dan noch in die kleine Kapelle im Ort gegangen und haben gebetet.

Ein Pilger – ein Spanier, sang noch ein improvisiertes Lied ueber den Camino – was sehr bewegend war. Ich verstand zwar nicht, was es sang, aber spuerte gut, dass es von Herzen kam.  Nach der Kirche gingen wir noch in eine Bar auf einen Kaffee, Tee, Kakao und Co. Auf meine Frage nach dem Wetter fuer den naechsten Tag meinte der Hospitalero …Manana (morgen)…what is Manana…Manana ist nothing…yesterday is nothing….today ist today…. and important….tja…hat er ja recht…das jetzt zaehlt…wieso soll man sich zu sehr ueber die Vergangenheit oder Zukunft machen und dabei die Gegenwart vernachlaessigen?

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06. Mai 2011

Heute Morgen habe ich einen Sonnenbrand bei mir festgestellt – ging doch  schneller als ich dachte. Ich habe dann meinen Fusszeh versorgt, der Anstalten zur Blasenbildung machte und meine Sachen gepackt. Hans fragte mich noch, ob ich nun jetzt den Umweg nach San Juan de la Peña machen wollte (Kloster). Ich weiss es sind ueber 30 KM Umweg, bzw. 24 KM wenn man verkuerzt und vorher uebernachtet – aber jetzt bin ich hier und es soll ein schoenes Naturerlebnis sein – also habe ich es mir vorgenommen. Kein Pilger mit dem ich gesprochen habe, wollte die Strecke laufen. Vor allem weil sie ca. 1000 Hoehenmeter rauf und 1000 wieder runter geht und das durch schlecht begehbares Gelaende. Ich habe mich dann von Hans verabschiedet und mich unterwegs mit Kaffee und suessen Teilchen versorgt.  Ausserdem war ich noch am Bankautomaten, weil es fuer eine laengere Strecke keine Gelegenheit geben sollte.

Auf dem Weg aus der Stadt, sah ich dass da irgendein Fest stattfindet, denn es wurden viele Lagerfeuer gemacht. gegen 08.00 Uhr verliess ich den Ort und war 1 Stunde spaeter am Einstieg zur Klosterstrecke. Es war teilweise angenehm windig bis stuermisch und auch heisses Wetter. Gegen 12.00 Uhr erreichte ich den Ort Atares und nach einer Gesamtstrecke von insgesamt 20Km gegen 15.00 Uhr zunaechst das neue Kloster.

Das Naturerlebnis auf der Strecke war sagenhaft schoen – ich war voellig alleine unterwegs, mitten im Gebirge, der Wind blies mir um die Ohren und ich kaempfte mich Meter um Meter nach oben – trotz der Schwere der Strecke – ein wahrhaft schoenes Erlebnis. Nach dieser an meine Supstanz zehrenden Strecke (es wurde ziemlich jeder Muskel angesprochen) sitze ich erst einmal in der Cafeteria des Klosters bevor ich mich dann weiter auf den Weg zum alten Kloster mache. Dort angekommen besichtige ich dieses und bringe weitere 4KM in einem schwierigen Abstieg hinter mich nach Santa Cruz de la Seros. Bis hier her und nicht weiter. Gegen 16.30/17.00 Uhr besichtige ich noch schnell die oertliche Kirche, versuche eine Unterkunft auszumachen und nach langem hin und her muss ich dann doch das nicht guenstige Hotel Santa Cruz nehmen. 

Nach Verstaendigungproblemen konnte ich dann doch endlich einchecken und wurde mit einem direkten Blick vom Balkon auf die schoene Kirche belohnt. Ich war total fertig, duschte mich und sass dann gegen 20.30 Uhr im Hotel Restaurant (frueher gab es kein Abendessen – ist wohl so ueblich in Spanien) – ebenfalls mit Blick direkt auf die Kirche. Ich hatte einen Riesenhunger und da ich von kleinen Potionen aus ging waehlte ich beim Menue als 1. Gang Spaghetti, als Hauptgericht Huehnchen mit Gemuese und einen Nachtisch gab es auch. Kurz gesagt, die Portionen waren  doch groesser und mein Hunger war dies auch im Gegesatz zu meinem Magen. Nochmals kurz gesagt – ich packte nicht alles. Satt und vor Schmerzen nicht mehr sitzen koennend, ging ich auf mein Zimmer und ins Bett. Ich hoffte, dass ich durch die Strapazen des Tages keine Nachteile fuer den naechsten Tag erleiden wuerde.

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